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Vorwort der Herausgeberin

Herzlich Willkommen zur 13. Ausgabe, deren Gastherausgeberin Deborah Cao ist; sie ist dem Übersetzen und Dolmetschen des Chinesischen gewidmet.

JoSTrans hat schon lange den Wunsch, in seinen Beiträgen nicht nur den europäischen und westlichen Bereich abzudecken. Dies ist jedoch die erste Ausgabe, die ganz nicht-europäischen Themen gewidmet ist.

Die von der Herausgeberin zusammengestellten acht Artikel reflektieren die vielschichtigen Aspekte der gesprochenen und geschriebenen chinesischen  Kultur sowie der bei ihrer Übersetzung auftretenden Probleme. Ein so begrenzter Rahmen kann nur einen flüchtigen Einblick in ihre Vielfalt gewähren, die Standpunkte sind jedoch verschieden: Changshuan Li (Beijing), Wanlong Gao (Zhejiang), He Jing (Beijing) und He Sanning (Nanjing) kommen vom chinesischen Festland, Yvonne Tsai aus Taiwan, Min-Hsiu Liao ist gegenwärtig in Grossbritannien ansässig und Leong Ko lebt in Australien. Nicky Harmans Artikel und Interview drehen die Perspektive um und stellen Fragen zur Übersetzung vom Chinesischen ins Englische.

Die behandelten Themenkreise sind ebenso vielseitig: Simultandolmetschen (Changshuan Li), wissenschaftliche Übersetzung (Min-Hsiu Liao), Übersetzung von Patenten (Yvonne Tsai), Übersetzung zum Themenkreis Tourismus (Leong Ko, He Sanning) und sogar literarische Übersetzung (Wanlong Gao, Nicky Harman), was in dieser Zeitschrift ungewöhnlich ist. Einige Artikel nehmen besondere Themen des von der Spezialisierung unabhängigen Sprachtransfers in Angriff: die Übertragung von Wortspielen (He Jing), Probleme der Kohärenz bei der Übersetzung von Relativsätzen (Nicky Harman), oder die Wahl bestimmter Übersetzungsstrategien unter dem Einfluss bekannter Übersetzer oder Traditionen (Wanlong Gao).

Die Interviews mit professionellen Übersetzern spiegeln im Grossen und Ganzen den Inhalt dieser Ausgabe wider. Linda Liu und Ying Huang sprechen über ihr Leben als freiberufliche Übersetzerinnen in London, Nicky Harman berichtet über seine Erfahrungen als Übersetzer von Literatur. Miguel Bernals Interview zur Lokalisierung von Computerspielen reicht über das Spektrum dieser Ausgabe hinaus und kann als Einführung in das weite Feld der Kommunikation verstanden werden.

Lucile Desblache (trans. Liselotte Brodbeck)