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Vorwort der Herausgeberin

Die erste Ausgabe von JoSTrans erschien im Januar 2004, die Vorbereitungen dazu hatten schon 2002 begonnen. Professor Peter Newmark war am Erscheinen dieser Zeitschrift aktiv beteiligt und unterstϋtzte alle fϋnfzehn Ausgaben, die zu seinen Lebzeiten erschienen. Sein Tod stellt einen Wendepunkt fϋr die Zeitschrift dar, die ihre Vaterfigur verloren hat.

Peters Teamgeist war ansteckend. In einer Zeit, in der Konkurrenzdenken oft  die Zusammenarbeit verdrängt, hat er darauf hingewiesen, dass es besser ist, miteiander als gegeneinander zu arbeiten und uns in unserer Teamarbeit bestärkt. Wir versprechen, diese offene, kollaborative Arbeitsweise als treibende Kraft unserer Arbeit beizubehalten. In einer Zeit, wo professionelle Übersetzungen von “Dienstleistungsanbietern” ausgefϋhrt werden, wo die Textlieferung als “lokalisiertes Produkt” gebracht wird, wo unbezahltes Crowd-sourcing Druck auf die Übersetzer ausϋbt, ihren Wert unter Beweis zu stellen, wo Übersetzer viele Dinge gleichzeitig erledigen oder mit anderen Berufsgruppen wie Werbetextern, IT-Spezialisten oder Projektleitern zusammenarbeiten mϋssen ist es wichtiger als je zuvor, dass diese Zeitschrift den Austausch von Ideen in der Übersetzungsbranche vorantreibt, dass neue theoretische Entwicklungen ebenso beschrieben werden wie  ein offener Blick auf ethische, interkulturelle  und technologische Rahmenbedingungen des Berufsstandes geworfen wird.

Diese Doppelausgabe ist die umfangreichste, die wir bisher herausgebracht haben, da wir dem Grϋndungsvorsitzenden der Redaktion unsere Hochachtung zum Ausdruck bringen wollen. Der Inhalt von Ausgabe 17a ist breitgefächert:  Zwölf Artikel auf Englisch, Französisch und Spanisch ϋber unterschiedliche Themen wie Bewertungsmodelle fϋr Übersetzungen, audiovisuelles Übersetzen, Lokalisation, Übersetzerausbildung und juristisches Übersetzen.

Ausgabe 17b ist Peter Newmark gewidmet und enthält persönliche Wϋrdigungen von Kollegen aus dem Gebiet des Übersetzens und Dolmetschens, die ihn gut kannten (Ann Corsellis, Jan Cambridge, Jeremy Munday) und umfangreichere Artikel, die auf die eine oder andere Weise von seiner professionellen Arbeit beeinflusst wurden (Heather Fulford, Margaret Rogers, Christina Schäffner). Videointerviews bekräftigen diese Vielfalt: Donald Carey bespricht die Schwierigkeiten bei der Leitung eines englischen Bϋros fϋr die Generaldirektion Übersetzung (DGT), Jorge Diaz Cintas gibt eine Übersicht ϋber das heutige Fansubbing und Michael Cronin bietet seine anregende Meinung zur Globalisierung an.

Wir wϋnschen unseren Lesern viel Freude beim Lesen und alles Gute fϋr ein erfolgreiches Jahr 2012.

Lucile Desblache
Trans. Liselotte Brodbeck