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Vorwort der Herausgeberin

Das Fachgebiet der audiovisuellen Übersetzung hat sich in den vergangenen Jahren exponentiell ausgeweitet. Nachdem es ursprünglich in der Hauptsache um interlinguale Filmübersetzung ging, umfasst es jetzt eine ganze Palette von Fachgebieten: von der Medienzugänglichkeit bis zu verschiedenen Aspekten der Lokalisierung. Die vorliegende Ausgabe ‘Translating Multimodalities’, deren Gastherausgeberinnen Carol O’Sullivan und Caterina Jeffcote sind, zeigt kontrastierende Perspektiven auf diese sich schnell entwickelnde Landschaft. Carol O’Sullivan stellt in ihrer Einleitung fest, dass multimodale Texte und ihre Übersetzungen kein neues Phänomen sind. Ihre Verbreitung ist jedoch in den letzten zehn Jahren immer deutlicher geworden, da Kommunikation global und oft gleichzeitig auf einer weiten Bandbreite stattfindet. Eine grosse Anzahl professioneller Texte, von Firmenvideos bis zu Videospielen verlangt von der Übersetzung die Vermittlung zwischen verschiedenen semiotischen Modalitäten. In vieler Hinsicht ist  Multimodalität in der Kommunikation jetzt fast  normal. Diese Multimodalität verlangt jedoch auch verschiedene Arten der Übertragung von Texten, da verschiedene Muster auf Übersetzung und Mediation angewandt werden können. Diese Ausgabe illustriert nicht nur,  wie schwierig das Übersetzen geworden ist, sondern zeigt auch seine  kreativen und ‘heiteren’ Aspekte ( Michael Cronin nennt dies ‘convivial’) 1.

Wie kommunizieren wir mit Wörtern, aber auch über Wörter hinaus in der Geschäftswelt, der Berufswelt, der Welt der Technik und der Kultur,  in der wir leben? Wie beinflusst das Aufkommen neuer Bildungsformen im 21. Jahrhundert die Praxis des Übersetzens und das Auftauchen von Transkreation und  multilingualer  Kommunikation?

In zwölf Artikeln   werden solche Themen in dieser Ausgabe diskutiert, mit einer Einleitung von Carol O’Sullivan. Es schien auch angebracht, einen Film über das Thema der Zugänglichkeit, der selbst zugänglich ist, einzubeziehen. Dazu gibt es einen Artikel, der die Schwierigkeiten  beschreibt, die dabei auftreten.

Hier wird  eine Tür in ein weites  Feld geöffnet – die Artikel  bieten jedoch einen guten ersten Zugang zu der vielfältigen Art, auf die  Übersetzung auf die Paradoxe unserer “Konvergenz” und Divergenz der heutigen Kulturen reagiert 2. Lucile Desblache (trans. Liselotte Brodbeck)

Note 1:
 Michael Cronin (2013). Translation in the Digital Age. London: Routledge, pp. 132-133.
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Note 2:
Henry Jenkins (2006). Convergence Culture: Where Old and New Media Collide. New York: NYU Press.
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