RSS feed

Vorwort der Herausgeberin

Im vergangenen Herbst feierte JoSTrans seinen zehnten Geburtstag. Das kleine Team, das die Zeitschrift aufgebaut hat und weiterhin fördert nahm dies zum Anlass, über die Entwicklung der Übersetzungswissenschaft in den letzten zehn Jahren und über die Position der Zeitschrift im Vergleich mit entsprechenden Publikationen zu reflektieren. Das quantitative Wachstum ist erstaunlich. Statt einer Handvoll übersetzungsbezogener Zeitschriften zu Beginn des Jahrtausends (von denen nur zwei offen zugӓnglich waren – die erste war das e-zine Translation Journal von 1997) gibt es jetzt Dutzende, die zum Teil oder vollstӓndig frei zugӓnglich sind. Dieser Trend folgt der allgemeinen Entwicklung der Publikationen, insbesondere der online frei zugӓnglichen, die nach der Statistik des Directory of Open Access Journals von 300 im Jahr 2003 auf 10027 im Dezember 20131 angestiegen sind.

JoSTrans hat sich seit der ersten Ausgabe im Jahr 2004 erstaunlich entwickelt. Nach der ersten Statistik wurden im Juli 2004 1403 Seiten gelesen – im letzten Oktober waren es 105 664. Diese ausserordentliche Entwicklung ist jedoch nicht nur quantitativ. Nach Paul Ricoeur entwickelt sich die Übersetzung nicht nur aus der Notwendigkeit zur Kommunikation sondern auch “aus dem Wunsch zum Übersetzen”2 heraus, sowie dazu, Informationen zum Übersetzen  auszutauschen.

Jede Zeitschrift setzt und entwickelt besondere Prioritӓten. Die von JoSTrans sind seit zehn Jahren: Erstens, zuverlӓssige und anregende Informationen möglichst weit zu verbreiten. Zweitens, als Forum zur Verbreitung neuer Ideen in der Übersetzungswissenschaft über Kontinente hin zu dienen und drittens professionelle Aspekte des Übersetzens abzudecken. Ein möglichst breiter Zugang stand dabei jedoch immer im Zentrum. Forscher, Übersetzer und Studenten aus Lӓndern, in denen die Quellen nicht immer leicht zugӓnglich sind wie Pakistan, Rumӓnien, Lettland und der Russischen Föderation stellen neben anderen Lӓndern ein gröβeres Publikum. Peer-Review begutachtete Artikel von etablierten Forschern und neue Stimmen erscheinen neben Videointerviews. Diese sind Zeugnis dafür, wie sich die Einstellung zum Übersetzen, die Arbeitsbedingungen der Übersetzer, die Technologie und vieles andere in dem Fach  schnell entwickelt. Die Konzentration auf professionelle Aspekte der Übersetzung ist Teil der Identitӓt von JoSTrans  — dies wird in der 21. Ausgabe klar reprӓsentiert. Artikel aus sieben Lӓndern in zwei Sprachen zur medizinischen Übersetzung (Shuttleworth, Tsai), zur Lokalisierung (Torres de Rey), zur audiovisuellen Übersetzung (Zarate, Rica Peromingo) und zu transkulturellen Aspekten (Le Poder, Comitre und Valverde) spiegeln diese Vielzahl wider. Dazu gibt es drei Interviews zur Terminologie, zur EU Übersetzung und zur Medienübersetzung.

Lucile Desblache (trans. Liselotte Brodbeck)

Note 1:
See http://www.doaj.org/
Return to this point in the text

Note 2:
Paul Ricœur(2004) Sur la traduction. Paris: Bayard, p. 38.
Return to this point in the text