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Editorial

Wie wir aus verschiedenen Veröffentlichungen zur Bibliometrie wissen, wächst die Zahl  der internationalen Journale zur Übersetzungswissenschaft ständig.  Vor dem Jahr 2000 waren es ungefähr ein Dutzend, 2015 wurden sie auf 110 geschätzt (Rovira-Esteva, Orero und Aixelá 2015: 159), und im Jahr 2016 auf 127 (EST 2016). Neue Gebiete, besonders im Technologiebereich und zum sich schnell entwickelnden Berufsbild der Übersetzer sind  ebenfalls im letzten Jahrzehnt aufgetaucht. Das Interesse an einigen Gebieten der nicht-literarischen Übersetzung scheint jedoch bei Lesern und Forschern gleich stark zu bleiben. Diese Ausgabe stellt solche Gebiete in den Vordergrund: die Ausbildung, technische/medizinische und audiovisuelle Übersetzung.

Die ersten drei Artikel dieser Ausgabe erhellen drei kontrastierende Aspekte der Übersetzerausbildung.  Sonia Vandepitte, Bruce Maylath, Birth Mousten, Patricia Minacori und Suvi Isohella diskutieren die Integration der Mitarbeit der Studenten an einem internationalen Projekt zum Übersetzertraining, dessen Erfolg durch den Gebrauch verschiedener Technologien wie Cloud Storage, Instant Messaging  und Videokonferenzschaltungen geprägt war. Philipe Gardy konzentriert sich auf ein Gebiet, das häufiger von Übersetzungswissenschaftlern übersehen wird:  die didaktische Bewertung, die sich, wie seine Untersuchung zeigt, in den vergangenen Jahrzehnten trotz der spektakulären Veränderungen im Berufsbild nicht besonders weiterentwickelt hat. Der Abschnitt zur Ausbildung schließt mit Pontrandolfos Vorschlag zum juristischen Übersetzungstraining durch die Übersetzung von Texten verschiedener Schwierigkeitsgrade.

Der zweite Teil dieser Ausgabe untersucht Bereiche im Zentrum der nicht-literarischen Übersetzung. Ralf Krüger untersucht, wie der fachsprachliche Charakter eines Textes den Grad der Erläuterung in seiner Übersetzung beeinflusst. Nereida Congost Maestre untersucht die Herausforderungen, die  sich bei der Übersetzung medizinischer Fragebögen vom Englischen ins Spanische stellen. Ihrem Artikel folgt die Untersuchung von Ying Cui und Yanli Zhao zur Übersetzung von Anzeigen vom Englischen ins Chinesische mit besonderem Fokus auf Wiederholungsstrategien. Dieser Teil endet mit dem einzigen Artikel zum Dolmetschen in dieser Ausgabe: Sija Chen  untersucht die Literatur zur Notiz von Informationen beim Konsekutivdolmetschen mit dem Schwerpunkt Chinesisch-Englisch.

Der letzte Abschnitt der 26. Ausgabe konzentriert sich auf audiovisuelle Übersetzung: der erste Artikel  von Adria Martin-Mor und Pilar Sanchez-Gijon ist eine Untersuchung neuer Begegnungen zwischen maschineller Übersetzung und audiovisuellen Produkten.  Carla Ortiz-Boix und Anna Matamala diskutieren neue Entwicklungen in der Übersetzung von Tierwelt- Dokumentationen. Die letzten Artikel beziehen sich auf verschiedene Aspekte der Medienzugänglichkeit: Maria Nieves Jimenez Carra diskutiert interkulturelle Fragen innersprachlicher Untertitelung.  Nina Reviers aktualisiert die Audiodeskriptionsdienste in Europa und Aline Remael  berichtet von ihrer Untersuchung verschiedener Arten der Audiotranskription einer Seifenoper für das belgische Fernsehen . Schließlich teilt uns Ana Tamayo ihre Ansichten zur Lesegeschwindigkeit für Programme mit, die von hörgeschädigten Kindern gesehen werden.

Zwei Videointerviews sind ebenfalls zugänglich: Marta Mateo betrachtet die Geschichte der Übersetzung von Musicals, besonders in Spanien, und Pierre Schmitt teilt seine Erfahrungen mit , einem gehörlosen oder hörbehinderten Publikum  Musik anzubieten.

Übersetzung Liselotte Brodbeck

Literaturhinweise
  • European Society for Translation Studies (EST), http://www.est-translationstudies.org/resources/journals.html (konsultiert:24.04.2016)
  • Rovira-Esteva, Sara, Pilar Orero and Javier Franco Aixelá (2015). “Bibliometric and bibliographical research in Translation Studies.” Perspectives: Studies in Translatology, 23(2): 159-160.